Handlungsfeld 2

Gemeindeaufbau und Gemeindeentwicklung

Kirchengemeinde

Für die Gemeinde da sein: eine zentrale Aufgabe der ELKB

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Die bayerische Landeskirche tut viel, um das eigenständige Leben der Ortsgemeinden zu unterstützen und zu erhalten: eine zentrale Aufgabe im Handlungsfeld 2.

Leitidee
• Als Gemeinde Kirche an ihrem Ort und für ihren Ort sein.
• Für die Menschen da sein und sie im Lebenslauf und in ihren Lebenslagen begleiten.
• Räume der Begegnung und Formen gemeinsamen Lebens gestalten.
• Die Getauften zu einer eigen gestalteten Form von Mitgliedschaft in ihrer Kirche ermutigen.

Die Gemeinde am Ort hat einen hohen Stellenwert in der evangelischen Kirche, denn hier
geschieht die Erstbegegnung mit dem Glauben, die Begleitung im Jahres‐ und Lebenslauf,
hier haben Seelsorge und Gottesdienst ihren verlässlichen Ort. Kirchengemeinden tragen
den Namen ihres Ortes im Namen. Sie leben an ihrem Ort und gestalten ihn mit. Sie teilen
seine Eigenheiten und seine Möglichkeiten. Sie wissen um die Nöte der Menschen. Sie handeln lokal und gestalten das Gemeinwesen mit. Sie bieten Heimat und vermitteln Zugehörigkeit. Sie arbeiten mit der Kommune, mit Vereinen, Initiativgruppen und bürgerschaftlich Engagierten zusammen. In der Ortsgemeinde findet die Kirche Jesu Christi an ihrem jeweiligen Ort eine unverwechselbare Gestalt.

Je nach Gemeindesituation ist es angezeigt, bestimmte Lebenslagen und Zielgruppen besonders in den Blick zu nehmen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Kinder und Familien, die Schülerinnen und Schüler und die Jugendlichen. Auch die wachsende Bedeutung der Menschen in den verschiedenen Phasen des Alters ist vielen Gemeinden vor Augen. Andere beschäftigen sich intensiv mit Fragen der Migration oder der versteckten Armut. Oder sie suchen Kontakt zu Kulturschaffenden und Bildungseinrichtungen. Immer mehr Gemeinden suchen das Gespräch mit Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen. Sie sehen darin einen Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden. Jeder Gemeinde sind an ihrem Ort ihre eigenen Aufgaben gestellt. Zielgruppenarbeit wird auf allen Ebenen kirchlichen Lebens gestaltet und - beispielsweise in der Jugend-, Frauen-, Männer- und Seniorenarbeit - durch dekanatliche und landesweite Dienste unterstützt.

Die bayerische Landeskirche tut viel, um das eigenständige Leben der Ortsgemeinden zu unterstützen und zu erhalten. Dazu gehören die Regelungen der Kirchengemeindeordnung, die kirchliche Aufsicht, die Visitation und die Begleitung durch die Dekanate und die Landeskirche, aber auch die Fortbildung und Beratung durch landesweite Dienste und regionale Einrichtungen. Eine wichtige Rolle spielt die Begleitung von Kirchenvorsteherinnen und Ehrenamtlichen, denn sie sind es, die zusammen mit den Hauptamtlichen die Gemeindeentwicklung vor Ort gestalten. Von großer Bedeutung für die Zukunft der Ortsgemeinden sind auch die gerechte Verteilung der Personalausstattung und der Haushaltsmittel sowie die Unterstützung im Bau‐ und im Verwaltungsbereich.

Auf allen diesen Gebieten ist in unserer Landeskirche in den vergangenen Jahren viel erreicht worden. Ziel ist dabei stets, die Kirche vor Ort zu stärken und in ihrer selbständigen Lebensfähigkeit zu unterstützen. Zugleich ist klar, dass es über die Ortsgemeinde hinaus auch andere Orte, Formen und Ebenen kirchlichen Lebens gibt, die für die Menschen wichtig sind. Eine umfassende Sicht von Gemeindeaufbau hat also das Zusammenspiel der verschiedenen Formen gemeindlichen und kirchlichen Lebens zu berücksichtigen.

Impulse
• Zu den Menschen hingehen, ihr Leben kennenlernen und sich am Geschehen am Ort
beteiligen.
• Orte und Arbeitsformen bevorzugt pflegen, die den Kontakt und Zugang zur Kirche
erleichtern.
• Das Ehrenamt in der Gemeinde so begleiten, dass sich Gaben entfalten können.
• Die Arbeit in den Kirchenvorständen bewusst gestalten.
• Den Dienst der Pfarrerinnen und Pfarrer und anderer Hauptamtlicher würdigen und
ihre Freiräume achten.
• Das Zusammenspiel von Haupt‐ und Ehrenamtlichen gut abstimmen.
• Gemeindeentwicklung vor Ort und in der Region gemeinsam reflektieren und gestalten.


18.01.2016 / Andrea Seidel