Handlungsfeld 9

Aus-, Fort- und Weiterbildung

vier Menschen lernen

Das Aus-, Fort- und Weiterbildungsprogramm der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ist vielfältig und umfassend

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Leitidee:
• Mitarbeitenden der Kirche Aus-, Fort- und Weiterbildung ermöglichen.
• Ehrenamtliche fortbilden, begleiten und fördern.
• Personalentwicklung professionell gestalten.

Ausgehend vom Auftrag zur Weitergabe des Evangeliums benötigen Mitarbeitende in der
Kirche anspruchsvolle theologische, fachliche, kommunikative und organisatorische Qualifikationen. Für den Dienst in der Kirche in angemessener Zahl geeigneten Nachwuchs zu gewinnen, ist eine dauernde Aufgabe. Die Formen der Ausbildung und die Klärung der Eignung für kirchliche Berufe sind in der Evangelischen Kirche klar geregelt. Die regelmäßige Fort- und Weiterbildung ist ein wesentliches Element der weiteren beruflichen Entwicklung. Sie bezieht fachliche, geistliche und personenbezogene Aspekte ein. Vorhandene Begabungen kommen ebenso in Blick wie zu erwerbende Fähigkeiten. Mitarbeitende werden darin unterstützt, vom Auftrag der Kirche her zu denken, ihre Gaben einzusetzen und an ihrem Ort angemessene Gestaltungsformen von kirchlicher Arbeit und kirchlicher Organisation zu entwickeln.

Einen gleichgewichtig großen Stellenwert neben der Förderung der Hauptberuflichen
hat die Fortbildung und Begleitung im ehrenamtlichen Dienst. Personalentwicklung in der Kirche ist eine umfassende Aufgabe. Sie liegt zunächst in der Verantwortung der Mitarbeitenden selbst, ist aber auch Leitungsaufgabe in Gemeinde, Dekanatsbezirk bis hin zur landeskirchlichen Ebene. Personalentwicklung richtet sich an alle Berufsgruppen und bezieht sie gleichberechtigt mit ein. Sie beginnt mit der Begleitung des Nachwuchses für die kirchlichen Berufe. Hinzu kommen der Personaleinsatz, die Leitung und Begleitung im Dienst, Personalgespräche und Beurteilungen, Fort‐ und Weiterbildung. Laufbahnplanung und Begleitung in Krisen sind weitere Aufgaben. Auch Fragen der Erhaltung der Gesundheit (Salutogenese) und der angemessenen Bewältigung der Arbeitsbelastung spielen eine wichtige Rolle.

Personalentwicklung auf der Ebene der Landeskirche wird strategisch durch die kirchenleitenden Organe verantwortet. Sie gestaltet sich zunehmend als systematischer Prozess. Sie ist eng mit der Organisationsentwicklung in der Kirche verbunden. Reformprozesse bilden sich in veränderten Anforderungen an die Mitarbeitenden ab. Strukturen sollen lebensfreundlich und partizipativ gestaltet werden. Ängste vor Veränderung sollen bearbeitet werden, damit neue Klarheit der eigenen Aufgabe und Sicherheit der eigenen Rolle entstehen kann.

Grundlage erfolgreicher Personalentwicklung ist eine Kultur der Anerkennung, die die Person
in ihrer Würde und Eigenständigkeit in den Blick nimmt, mit ihrem Weg und ihren Erfahrungen, in ihren Lebensbezügen und in ihrem Lebensumfeld, mit ihren Gaben und Grenzen, ihren Unsicherheiten und Ängsten, mit ihren Überzeugungen und ihrer Kritik. Menschen dürfen nicht auf ihre Funktion reduziert werden. Ihre Persönlichkeit und ihre Rechte sind zu achten. Sie haben ein Anrecht auf die Wahrnehmung der geleisteten Arbeit und die Würdigung ihres persönlichen Einsatzes.

Impulse
• Die Anstrengungen um die Gewinnung geeigneten Nachwuchses für den kirchlichen
Dienst erhöhen.
• Die Fortbildung Ehrenamtlicher an die Erkenntnisse der Ehrenamtsanalyse anpassen.
• Die Weiterentwicklung der Berufsbilder in der Kirche begleiten und diese einander
zuordnen.
• Das Konzept integrierter Personalentwicklung in der ELKB umsetzen und weiterentwickeln.
• Den Fragen der Bewältigung der Arbeit im Dienst und der Salutogenese besondere
Aufmerksamkeit widmen.


23.02.2016 / ELKB