Handlungsfeld 2

Kirchliche Organisationsentwicklung

Hobel

Kirche ist immer in Bewegung

Bild: Amt für Gemeindedienst

„Semper ecclesia reformanda“: Kirche ist immer in Bewegung – für ihre Mitglieder. Menschen haben ihren guten Grund, in der Kirche zu sein.

Evangelische Kirche ist immer in Bewegung. Gemeinden, Dekanatsbezirke und kirchliche Einrichtungen verändern sich ständig. Das hängt nicht nur mit den kirchlichen Rahmenbedingungen zusammen, die sich von Zeit zu Zeit ändern. Auch die Menschen, die zur evangelischen Kirche gehören oder Interesse an ihr haben, kommen mit unterschiedlichen Erwartungen auf die evangelische Kirche zu. Das gesellschaftliche Umfeld bestimmt Erwartungen an Kirche.

Eine Kirche, die in Bewegung ist, muss wissen, was ihre Identität und ihr Profil prägt: In einem Bekenntnis der evangelischen Kirche (Augsburger Konfession, Artikel VII) ist das so beschrieben: „Wo das Evangelium so zur Sprache kommt, dass es Menschen bewegt und die Sakramente den Glauben stärken, ist die Gemeinschaft der Glaubenden lebendig, ist evangelische Kirche präsent.“

Diese Identität, die vom Auftrag der evangelischen Kirche her kommt, bietet einen verlässlichen Rahmen für Veränderungen. Zwei Aspekte sind uns in Veränderungsprozessen besonders wichtig:

  • Die Menschen, die von den Veränderungen betroffen sind, sollen an Veränderungsprozessen beteiligt werden. Nachhaltig ist Veränderung dann, wenn Betroffene verstehen können, was Hintergrund, Rahmen und Ziel einer Veränderung ist.
  • Veränderung braucht den Blick von außen und kompetente Begleitung in Form von Beratung und Organisationsentwicklung

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In den vergangenen Jahren hat sich bewährt, dass Veränderungsprozesse zentral auf der Ebene der Dekanatsbezirke umgesetzt wurden:

Dort sind die Menschen, die wissen, was nötig ist, was Sinn macht, was weiter bringt und was in die falsche Richtung führt. Dort sind Menschen, die die Teile und das Ganze sehen. Einrichtungen wie die Gemeindeakademie oder das Amt für Gemeindedienst begleiten und unterstützen Gemeinden und Dekanatsbezirke in diesen Veränderungsprozessen. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Mitgliedschaft in der evangelischen Kirche heute viel mehr als früher ein Akt bewusster Entscheidung ist: Menschen haben jeweils ihre guten Gründe, in der evangelischen Kirche Mitglied zu sein oder aus ihr auszutreten. Die Form einer „Mitgliedschaft aus Tradition“ verliert an Bedeutung.

Umso wichtiger ist es, dass evangelische Kirche versteht und nachvollzieht, was Mitglieder an ihrer Kirche schätzen und was sie von ihrer Kirche erwarten. Das kann bei einem Mitglied die liebevolle und kompetente Gestaltung einer Taufe oder einer Trauung sein, beim anderen ein gutes, weiterführendes Gespräch in einer Abschieds- und Trauersituation. In jedem Fall geht es darum, das Evangelium mit der Lebenssituation von Menschen in Verbindung zu bringen.


22.02.2016 / Andrea Seidel