Handlungsfeld 3

Aus- und Fortbildung zum Religionsunterricht

Immer mehr junge Menschen entscheiden sich dazu, Religionslehrer zu werden - hier ein Video von Tabea

Wer an einer bayerischen Schule Religion unterrichtet, hat eine fundierte wissenschaftliche und unterrichtspraktische Ausbildung: als Pfarrer, Fachlehrerin, Religionspädagoge oder als Katechetin.

Die Person der Lehrerin oder des Lehrers spielt im Religionsunterricht eine besonders wichtige Rolle. Nicht nur fachliches Wissen und pädagogisches Geschick sind gefragt. Die Schülerinnen und Schüler wollen ein glaubwürdiges und überzeugendes Gegenüber, mit dem man über alle Fragen des Glaubens und des Lebens sprechen kann.

Nach einem Theologiestudium an der Universität können etwa Pfarrer und Fachlehrer für Religion an allen Schularten Religion unterrichten. Lehrkräfte, die nicht in einem kirchlichen Dienstverhältnis stehen, benötigen für die Aufnahme ihres Dienstes eine kirchliche Bevollmächtigung (Vocatio). Während für die Zeit der Lehrerausbildung eine befristete Vocatio erteilt wird, erhält der Religionslehrer beziehungsweise die Religionslehrerin nach Abschluss der Ausbildung zum Lehramt mit der Lehrbefähigung im Fach Evangelische Religionslehre eine endgültige Vocatio vom Landeskirchenrat, die in der Regel im Rahmen eines Gottesdienstes verliehen wird. Zurzeit erteilt der Landeskirchenrat etwa 200 Bevollmächtigungen pro Jahr.

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Religionspädagogen werden in Bayern an der Evangelischen Hochschule in Nürnberg ausgebildet. Mit ihren Fähigkeiten werden sie an Grund-, Haupt-, Förderschulen und Berufsschulen gebraucht. Religionspädagogen sind zudem oft auch in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Erwachsenenbildung beschäftigt. Auch Personen, die keine akademische Vorbildung haben, können nach einem erfolgreich absolvierten Grundkurs für Katecheten und Katechetinnen am Religionspädagogischen Zentrum in Heilsbronn Religionsunterricht in Grund-, Haupt- und Förderschulen erteilen. Als authentische Vertreter ihrer Religion an einer Schule ist jedoch immer die Nähe der Religionslehrer zur evangelischen Kirche vorausgesetzt.

Jeder Dekanatsbezirk hat eine Schulreferentin oder einen Schulreferenten, der/die in den einzelnen Dekanaten für die Planung des Religionsunterrichts verantwortlich ist. Die Schulreferentin vertritt den Dekan ständig in allen Fragen des schulischen und kirchlichen Religionsunterrichts. Er hält den Kontakt zu den Schulen im Bereich des Dekanats und ist für die Einteilung der Pfarrerinnen und Pfarrer sowie der kirchlichen Lehrkräfte für den Religionsunterricht verantwortlich. Sie berät, erstellt die Beurteilung für kirchliche Lehrkräfte und ist Mitglied der Schulreferentenkonferenz der bayerischen Landeskirche. Ihre Aufgabe ist auch das Konfliktmanagement. Auch Eltern können sich mit Fragen jederzeit an ihn wenden.


23.01.2017 / Andrea Seidel