Prävention sexualisierter Gewalt

Zuverlässig sicher

Detail eines Regenschirms

Als Trägerin vieler Kinder- und Jugendeinrichtungen tritt die ELKB für eine "Kultur der Achtsamkeit“ zum Thema sexualisierte Gewalt ein.

Bild: cc0

Prävention von sexualisierter Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Thema, das alle angeht - auch die ELKB als Trägerin zahlreicher Kinder- und Jugendeinrichtungen.

Diesen Einrichtungen wird von Kindern, Jugendlichen und Erziehungsberechtigten ein hohes Vertrauen entgegengebracht. Die Bayerische Landeskirche ist sich ihrer Verantwortung im Blick auf dieses wichtige Thema sehr bewusst. Sie tritt dafür ein, eine „Kultur der Achtsamkeit“ zum Thema sexualisierte Gewalt zu entwickeln, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in der Landeskirche in Fortbildungen zu schulen und individuelle Schutzkonzepte auf Grundlage von Risikoanalysen für diejenigen kirchlichen Einrichtungen zu entwerfen, in denen mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird.

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Denn davon sind die Verantwortlichen überzeugt: Prävention ist nur gemeinsam zu erreichen. Ausgearbeitete Schutzkonzepte bewirken nichts, wenn die Mitarbeitenden  nicht dahinterstehen und sich nicht mit dem Gedanken und dem Schutzauftrag  gegenüber Kindern und Jugendlichen identifizieren. Präventionsarbeit kann sich daher nicht auf reine Wissensvermittlung beschränken, sondern greift tiefer. Prävention bedeutet eine Haltung der Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Nächstenliebe und des Respekts. Wirksame Prävention ist kein Programm, sondern ein Prinzip und eine Haltung. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen Kirche als einen für sie sicheren Ort erlebbar und erfahrbar zu machen.

Durch qualifizierte Schutzkonzepte in Kirchengemeinden und Einrichtungen (v.a. für Kinder und Jugendliche) sollen zwei Ziele erreicht werden: Kinder und Jugendliche sollen dort vor Übergriffen zuverlässig sicher sein („Schutzort“) und sie sollen kompetente Ansprechpersonen finden, wenn sie, egal wo, von Übergriffen betroffen sind („Kompetenzort“).

Maßnahmen der Landeskirche

Um die Bedeutung des Themas zu unterstreichen hat der Landeskirchenrat Regionalbischöfin Gisela Bornowski zur Ansprechpartnerin der Kirchenleitung für Fragen sexueller Übergriffe und Prävention sexualisierter Gewalt ernannt. Zudem wurde eine Koordinationsstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt in der ELKB errichtet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Entwicklung und Umsetzung eines Präventionskonzepts in der ELKB, die Organisation von Schulungen und Informationsveranstaltungen zur Prävention für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende, die  Vermittlung von Fachreferenten und -referentinnen für die Gemeinden und Einrichtungen, die Vernetzung der Präventionsarbeit, die Erstellung und Bereitstellung von Informationen über Prävention und Präventionsprojekte sowie die Fachberatung bei der Planung und Durchführung von Präventionsprojekten und bei der Erstellung von Schutzkonzepten.

Auch der Kontakt zu dem Unabhängigen Beauftragen für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, der seit 2011 die gesellschaftlich-institutionelle Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ vorantreibt, ist der ELKB sehr wichtig. "Guter Wille allein reicht nicht aus, um Missbrauch zu verhindern", so Rörig. "Aber wir können diese Taten verhindern oder früh beenden, wenn wir einen Plan haben: Mit einem Konzept zum Schutz vor sexueller Gewalt können wir Schulen, Kitas, Heime, Kirchengemeinden oder Sportvereine und andere Einrichtungen und Organisationen zu sicheren Orten machen."

Hilfe und Anerkennung

Die ELKB und das Diakonische Werk Bayern sehen sich nicht nur in besonderer Weise dazu verpflichtet, ihnen anvertraute Kinder und Jugendliche wirkungsvoll vor sexualisierter Gewalt zu schützen, sie bieten auch Beratung und Hilfe bei sexualisierter Belästigung (Ansprechstelle für Opfer sexualisierter Gewalt). Zudem können Menschen, die glaubhaft machen, dass sie als Kinder, Jugendliche oder Heranwachsende sexuelle Übergriffe durch Mitarbeitende der Evangelischen Kirche in Bayern und ihrer Diakonie erlitten haben, finanzielle Leistungen in Anerkennung ihress Leids beantragen.


01.02.2018 / ELKB