Ökumene und Sozialarbeit

Bedrängte und verfolgte Christen

EKD Fürbitte für verfolgte Christen Syrien Titelbild Materialheft

Die armenische Christin Kausar Muslim Muslim (67) steht im Februar 2018 in einer Ruine in Ar-Raqqa (Syrien), die ihr Zuhause war.

Bild: epd-Bild/Backhaus

Ob im Irak oder in Syrien, in Nigeria oder Nordkorea - die Zahl der weltweit verfolgten Christen ist in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen. Die Kirchen nehmen Anteil am Leid.

Am zweiten Sonntag in der Passionszeit, Reminiscere, erinnert die Evangelische Kirche an die Christinnen und Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Ein Großteil aller wegen ihres Glaubens verfolgten Menschen bekennt sich zum christlichen Glauben. Das christliche Hilfswerk Open Doors schätzt, dass weltweit etwa 100 Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt und diskriminiert werden.

Seit dem Jahr 2010 ruft die EKD am Sonntag Reminiszere Kirchen und Gemeinden auf, in Gottesdiensten und Gebeten in besonderer Weise auf die Leidenserfahrungen von Christen in anderen Ländern aufmerksam zu machen und Anteil zu nehmen. Der Sonntag Reminiszere verdankt seinen Namen dem sechsten Vers des Psalms 25: „Gedenke (lateinisch: Reminiscere), Herr, an deine Barmherzigkeit“.

Im Fokus 2020: Syrien

„Seit dem Jahr 2011 haben Krieg, Gewalt und Terror den Alltag und das bisherige Leben der Bevölkerung in Syrien zerstört. Die Hoffnung auf Demokratie und Freiheit wurde in kurzer Zeit buchstäblich zerschlagen und das Ausmaß des Leidens, das mit dem einsetzenden Krieg folgte, ist unvorstellbar groß", so die Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit der EKD, Bischöfin Petra Bosse-Huber. 6,2 Millionen Menschen seien Vertriebene im eigenen Land; 6,7 Millionen Menschen seien in andere Länder geflohen, die meisten in Nachbarländer wie den Libanon, Jordanien oder die Türkei", erläuterte Bosse-Huber die Situation.

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Bosse-Huber: "Wir nehmen wahr, wie sehr die Menschen, vor allem Kinder, unter den traumatischen Ereignissen leiden, seit Jahren. Viele von ihnen sind nach wie vor ohne eine tragfähige Perspektive, trotz guter Ausbildung. Anderen ist es durch große Anstrengung gelungen, einen neuen Anfang zu machen – und doch sind sie zerrissen und verwundet. Denn nichts wird wieder so sein, wie es war."

Deshalb bitte sie die Kirchen und Gemeinden in Deutschland, am Sonntag Reminiszere, dem 8. März 2020, in den Gottesdiensten an die Menschen in Syrien und außerhalb ihres Landes zu denken, sie erzählen zu lassen und ihnen zuzuhören, für sie und mit ihnen zu beten: um Frieden, um Heilung, um Zukunft. "Unsere Gebete sollen dabei nicht nur unsere syrischen christlichen Geschwister einschließen – gerade sie erinnern uns immer wieder daran, dass Leben nur gemeinsam gelingt und das bedeutet, mit allen Religionen und mit allen Menschen guten Willens Wege zu guter Nachbarschaft, zur Versöhnung zu finden."


23.01.2020 / EKD