Ökumene und Sozialarbeit

Bedrängte und verfolgte Christen

Im interreligiösen Friedensdorf Gurku/Nordnigeria.

Im interreligiösen Friedensdorf Gurku/Nordnigeria.

Bild: Mission 21-Basel

Ob im Irak oder in Syrien, in Nigeria oder Nordkorea - die Zahl der weltweit verfolgten Christen ist in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen. Die Kirchen nehmen Anteil am Leid.

Am zweiten Sonntag in der Passionszeit, Reminiscere, erinnert die Evangelische Kirche an die Christinnen und Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Ein Großteil aller wegen ihres Glaubens verfolgten Menschen bekennt sich zum christlichen Glauben. Das christliche Hilfswerk Open Doors schätzt, dass weltweit etwa 100 Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt und diskriminiert werden.

Seit dem Jahr 2010 ruft die EKD am Sonntag Reminiszere Kirchen und Gemeinden auf, in Gottesdiensten und Gebeten in besonderer Weise auf die Leidenserfahrungen von Christen in anderen Ländern aufmerksam zu machen und Anteil zu nehmen. Der Sonntag Reminiszere verdankt seinen Namen dem sechsten Vers des Psalms 25: „Gedenke (lateinisch: Reminiscere), Herr, an deine Barmherzigkeit“.

Im Fokus 2019: Nigeria

„Seit neun Jahren terrorisiert die islamistische Miliz „Boko Haram“ die Zivilbevölkerung. Sie nennen sich: „Westliche Bildung ist Sünde“. Ihr Terrorprogramm hat bereits 27.000 Menschen das Leben gekostet und etwa 1,8 Millionen zu Flüchtlingen im eigenen Land gemacht. Besonders Christen im Nordosten Nigerias werden zu Opfern der brutalen Überfälle – sie brauchen unser Gebet und unsere konkrete Unterstützung“ so die Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit der EKD, Bischöfin Petra Bosse-Huber.

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Das mit 186 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Afrikas ist stark religiös geprägt. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist christlich, sie wohnt mehrheitlich im Süden des Landes. Die andere Hälfte ist muslimisch und im
Norden ansässig. Die Verfassung der Bundesrepublik Nigeria garantiert zwar Religionsfreiheit, aber in 12 von 36 Bundesstaaten im Norden des Landes gilt ebenfalls das Scharia-Recht. Konflikte sind damit schon im Alltag
vorprogrammiert. Die Gräueltaten von „Boko Haram“ verschärfen diese ohnehin schwierige Situation. Die Miliz zerstört ganze Dörfer, vertreibt, ermordet und verschleppt die Menschen.

„Männer werden umgebracht und Frauen und Mädchen werden immer wieder entführt, vergewaltigt und zwangsverheiratet. Unvorstellbares Leid geschieht ihnen in der Gewalt der Terroristen“ sagt Bischöfin Bosse-Huber. „Deshalb bitten wir alle Kirchen und Gemeinden, sich am Sonntag Reminiszere an der gemeinsamen Fürbitte zu beteiligen. Und sich gleichzeitig über die konkrete Situation in Nigeria zu informieren und Hilfsprojekte für die Opfer von Verfolgung zu unterstützen.“


07.02.2019 / EKD